Wiebke Fiebig, Leiterin des Energiereferats der Stadt Frankfurt am Main. Foto: Uwe Nölke

Beim Bauen und Sanieren von Gebäuden gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zum Klimaschutz beizutragen und dafür Fördermittel zu erhalten. Welche das sind und wie sie genutzt werden können, weiß Wiebke Fiebig, Leiterin des Energiereferates der Stadt Frankfurt am Main. 

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„Jedes energieeffizient gebaute oder sanierte Gebäude trägt zum Klimaschutz bei! Wiebke Fiebig“

Welche Fördermittel gibt es für klimafreundliches Bauen und energetisches Sanieren?

Wer heute sein eigenes Haus energetisch baut oder saniert, hat nicht nur die Chance, schöner zu wohnen, sondern gleichzeitig auch klimafreundlicher. Mit den entsprechenden baulichen Maßnahmen lässt sich der Energiebedarf gering halten oder senken. Das spart Energiekosten und leistet einen Beitrag zum Klimaschutz. „Energetisches Bauen und Sanieren sind wichtige Bausteine im Klimaschutzkonzept der Stadt Frankfurt am Main, um die Frankfurter Klimaschutzziele zu erreichen“, erklärt Wiebke Fiebig, Leiterin des Energiereferats der Stadt Frankfurt am Main. „Grundsätzlich gilt: Je schlechter die Ausgangssituation eines Gebäudes, desto größer sind die Energieeinsparungen und die eingesparten Energiekosten“, so Fiebig. In ihrer Funktion als stellvertretende Vorsitzende des Vorstands der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands (eaD) setzt sie sich dafür ein, die einzelnen Klimaschutzaktivitäten in Deutschland bundesweit zu verzahnen. Sie weiß: „Jedes energieeffizient gebaute oder sanierte Gebäude trägt zum Klimaschutz bei!“

Verschiedene Fördermittel sollen es ermöglichen oder zumindest vereinfachen, Häuser energetisch zu bauen oder zu sanieren. Bis zu 48.000 Euro Zuschuss können Privatpersonen beispielsweise für eine anspruchsvolle energetische Sanierung (zum KfW-Effizienzhaus) oder 10.000 Euro für Einzelmaßnahmen erhalten. Bis zu 4.000 Euro extra Förderung gibt es, wenn ein Experte für Energieeffizienz das Sanierungsprojekt begleitet.

Generell können Fördermittel und Zuschüsse für die folgenden Bereiche beantragt werden:  

  • Energieeffiziente Komplettsanierung
  • Dämmung von Außenwänden, Dächern und Kellerdecken
  • Einbau energiesparender Fenster
  • Einbau energieeffizienter Heizungen
  • Anbringen von Photovoltaik-Anlagen auf dem Dach

Für Bürgerinnen und Bürger der Stadt Frankfurt am Main sind dafür insgesamt drei Anlaufstellen relevant: Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Stadt Frankfurt am Main.

Energieeffizient Sanieren mit Förderkrediten und Zuschüssen der KfW

Die KfW bietet beispielsweise Förderkredite und Zuschüsse für eine energieeffiziente Sanierung. Dazu zählen:

  • die Dämmung der Fassade und Sonnenschutz
  • die Dämmung des Daches
  • die Dämmung der Kellerdecke
  • die Erneuerung der Fenster und Sonnenschutz
  • der Einbau oder die Erneuerung einer Lüftungsanlage
  • die Erneuerung der Heizung
  • der Einbau einer Photovoltaik-Anlage
  • der Einbau einer Solarthermie-Anlage
  • die energetische Fachplanung und Baubegleitung

Wer Interesse daran hat und mehr über die Höhe der Förderung und die Konditionen erfahren möchte, findet auf der Website der KfW umfangreiche Informationen dazu. Auch eine Kombination der KfW-Fördermittel ist möglich. So können Fördermöglichkeiten für die energetische Sanierung mit denen für barrierefreie Umbauten (zum Beispiel von Bädern, Treppen oder Zugängen) kombiniert werden. Damit lassen sich Häuser und Gebäude klimafreundlicher gestalten und gleichzeitig Barrieren abbauen. Ein solcher altersgerechter Umbau wird von der KfW mit einem Kredit oder als Investitionszuschuss unterstützt.

Klimafreundliche Heizungsanlagen mit BAFA-Förderung

Für alle, die ihre Heizanlagen so umbauen oder sanieren, dass erneuerbare Wärme genutzt wird, hat das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zum 01.01.2020 die Förderkonditionen verbessert. Grundlage ist das Marktanreizprogramm zur Förderung von Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energien im Wärmemarkt. Demnach können Bürgerinnen und Bürger für Solarkollektoranlagen in Neubauten 30 Prozent und für Biomasse- sowie Wärmepumpenanlagen 35 Prozent der förderfähigen Kosten als Zuschuss erhalten. Voraussetzung ist, dass sie die entsprechenden technischen Mindestanforderungen erfüllen.

In bereits bestehenden Gebäuden gibt es Fördermittel für Solarthermieanlagen, Biomasseanlagen, effiziente Wärmepumpenanlagen, Hybridheizungen, „Renewable Ready" Gas-Brennwertheizungen. Wer seine Ölheizungen austauscht, kann dafür eine Austauschprämie erhalten.

Neues Grün schaffen mit dem Klimabonus der Stadt Frankfurt

Auch Fassadenbegrünung sowie Maßnahmen, die Schatten schaffen (Verschattung), tragen zum Klimaschutz bei. So kühlen begrünte Fassaden und Dächer das betreffende Gebäude im Sommer und tragen zu einem angenehmen Mikroklima in der Umgebung bei. Da sich dicht bebaute Städte schneller aufheizen, fördert das Umweltamt in Frankfurt private Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer sowie Unternehmen mit einem Klimabonus von bis zu 50 Prozent bei der Schaffung von neuem Grün. Dazu zählen neu angelegte Dach-, Fassaden- und Hinterhofbegrünungen sowie Investitionen zur Verschattung von Gebäuden (zum Beispiel Bäume, Pergolen, Sonnensegel) mit Wirkung auf den öffentlichen Raum. Bis zu 50 Prozent der förderfähigen Kosten, höchstens 50.000 Euro pro Maßnahme oder Liegenschaft, werden erstattet.

Wegweiser unterstützt beim Sanieren von Mehrfamilienhäusern

Ein spezieller Fall ist die Sanierung von Mehrfamilienhäusern: Sie gehören häufig sogenannten Eigentümergemeinschaften und haben besondere Hürden zu nehmen. Als Anlaufstelle für alle Fragen der energetischen Sanierung für Gebäude von Wohnungseigentümergemeinschaften hat das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main den Sanierungswegweiser ins Leben gerufen. Unter www.sanierungswegweiser.info finden Interessierte eine Step-by-Step-Anleitung sowie Informationen und Hilfestellungen, um Wohneigentümergemeinschaften bei einer energetischen Sanierung ihres Gebäudes zu unterstützen. Dort kann beispielsweise auch eine Liste von Dienstleistern mit nachgewiesener Qualifikation für energetische Sanierungen heruntergeladen werden.

Kostenfreie Beratung zum energetischen Bauen und Sanieren

„Für alle, die Bedarf an Informationen haben, wie sich energetisches Bauen oder Sanieren im konkreten Fall umsetzen lässt, ist eine Beratung oft sinnvoll“, empfiehlt Fiebig. So steht beispielsweise der Energiepunkt FrankfurtRheinMain e.V. als gemeinnütziger Verein allen Immobilienbesitzern, Modernisierern, Mietern und anderen Interessierten zu allen Energiefragen kompetent, unabhängig und bürgernah zur Seite. Initiiert vom Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main, bietet der Energiepunkt eine unabhängige, fachkundige kostenfreie Impulsberatung rund um das Thema „Energie“ für Bürgerinnen und Bürger der Region RheinMain an. Thematisch reichen die Angebote von der individuellen Verbrauchsoptimierung bis zum effizienten Bauen und Sanieren. Auch zum Thema „Fördermittel“ beraten die Experten des Energiepunkts und helfen bei der Auswahl des passenden Programms. Wer interessiert ist, kann einfach Kontakt aufnehmen unter:

Energiepunkt-Energieberatungszentrum FrankfurtRheinMain e.V.

Tel: 069 213-83999

E-Mail:info@energiepunkt-frankfurt.de

https://www.energiepunkt-frankfurt.de/

„Unabhängig davon, um welche Fördermöglichkeit es sich handelt, rate ich ausdrücklich dazu, zuerst den Antrag zu stellen und erst nach Genehmigung mit der Umsetzung der bewilligten Maßnahmen zu beginnen. Dies ist häufig eine Voraussetzung für die Förderung. Außerdem halte ich es für sinnvoll, Angebote verschiedener Handwerker einzuholen und zu vergleichen“, gibt Fiebig Interessierten noch mit auf den Weg.

Du möchtest mehr wissen oder einen Antrag auf Fördermittel stellen? Hier findest du Informationen

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Foto Wiebke Fiebig im Header: Uwe Nölke

 

| von Team Frankfurt