Eine Klimaschutz-Kampagne für Frankfurt am Main

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„Wir brauchen ein Dach für alle unsere Klimaschutz-Aktivitäten!“ – mit diesem Gedanken fing alles an. Mitte 2015 stellte das Energiereferat der Stadt Frankfurt am Main unter Leitung von Wiebke Fiebig seine Öffentlichkeitsarbeit nach 25 Jahren neu auf. Zahlreiche Programme, Kampagnen, Aktionen und Projekte aus vielen Bereichen hatte das Energiereferat in den 25 Jahren seines Bestehens auf den Weg gebracht. Bei der strategischen Ausrichtung der Öffentlichkeitsarbeit wurde schnell klar, dass die zahlreichen städtischen Aktivitäten für den Klimaschutz ein inhaltliches Dach und eine zentrale Anlaufstelle benötigen, um noch mehr Schlagkraft zu entwickeln.

Ein Portrait von Wiebke Fiebig. Sie hat braune Haare, blaue Augen und ein blau weiß gestreiftes Oberteil an.
Wiebke Fiebig, Leiterin des Energiereferats der Stadt Frankfurt am Main.

Neue Klimaschutzmarke: Team Frankfurt

Logo von Team Frankfurt Klimaschutz
Die neue Klimaschutzmarke für Frankfurt am Main.

Ziel der neuen Wort-Bild-Marke ist es, die zahlreichen Angebote inhaltlich unter ein gemeinsames Dach zu stellen, damit nach innen und außen klar ist, dass sie in ein gemeinsames Ziel einzahlen: den Klimaschutz in Frankfurt am Main. Gleichzeitig sollen die bereits vorhandenen und gut etablierten Projekte wie beispielsweise „Frankfurt spart Strom“ oder „Klimagourmet“ ihre Eigenständigkeit behalten können. „Dank der neuen Marke können Projekte und Themen des Klimaschutzes und der Energiewende, an denen das Energiereferat arbeitet, nun besser miteinander verzahnt werden. Dies ermöglicht es uns, Synergien besser zu nutzen und die Kommunikation mit der Frankfurter Bevölkerung zielgerichteter und effektiver auszurichten“, fasst die Referatsleiterin die Gründe für die neue Marke zusammen. „Uns war wichtig, dass die Stichworte Frankfurt und Klimaschutz in der Marke sichtbar sind sowie das 2050 als programmatisches und großes Ziel des Masterplans 100% Klimaschutz“, erläutert Wiebke Fiebig*. Bei der Auswahl der Marke spielte zudem eine wichtige Rolle, dass der Begriff leicht verständlich und politisch korrekt sein muss. Darüber hinaus sollte sie das Anliegen – den Klimaschutz – auf den Punkt bringen, eine positive Tonalität enthalten sowie offen genug sein, um das breite Spektrum der Themen abzudecken. „Team ist ein eingedeutschter Begriff, der sofort verstanden wird. Man findet ihn in Arbeitswelten, aber auch im Sport; überall da, wo viele Menschen an einem Strang ziehen, um ein gemeinsames Ziel zu erreichen. Das hat uns gefallen und angesprochen“, fasst die Referatsleiterin zusammen. Das Bild in der Marke unterstützt diesen Gedanken, indem es eine Gruppe von unterschiedlichen Menschen – Akteure des Klimaschutzes – zeigt.

Klimaschutzkampagne: Danke, dass Du was für das Klima machst

Ein Plakat der Danke Kampagne. Eine Frau mit blauen Augen und roten Haaren schaut in Kamera. Davor der Schriftzug "Danke, dass du was für das Klima machst. www.klimaschutz-frankfurt.de"
Eines der Motive der Plakatkampagne.

„Es ist ja nicht damit getan, ein neues Dach zu bauen. Die Inhalte müssen auch darunter schlüpfen und die Menschen in Frankfurt am Main und der Region lernen, dass es eine neue, zentrale Anlaufstelle für den Klimaschutz in Frankfurt gibt“, berichtet Fiebig. Zu diesem Zweck hat das Energiereferat im Herbst 2017 eine Klimaschutzkampagne für Frankfurt am Main gestartet. Das Motto: Danke, dass Du was für das Klima machst. Die Idee: die Kampagne soll nicht vordergründig die neue Marke bekannt machen, sondern vielmehr die Menschen würdigen, die sich bereits für den Klimaschutz in Frankfurt einsetzen und damit auch zum neuen Team gehören. Die Kampagne stellt hierfür ein einfaches und ehrliches „Danke“ in ihr Zentrum. Dieses „Danke“ bringt eine starke Motivation mit sich, wertschätzt die Aktionen des Einzelnen und spornt andere an, sich ebenfalls zu engagieren. Anders als beim Einsatz von Weltuntergangsszenarien ist der emotionale Appell positiv. Alle Kommunikationsmaßnahmen der Kampagne leiten auf die neue Website: klimaschutz-frankfurt.de. Wer „Frankfurt“ und „Klimaschutz“ googelt soll künftig hier eine Anlaufstelle für Informationen zu Thema finden. Die Website ist prall gefüllt mit interessanten Blogbeiträgen von Klimaschützerinnen und Klimaschützern, die ihre Geschichte erzählen. Sie bietet Tipps und weiteführende Links für Privatpersonen, Unternehmen, Hausbesitzer und Verkehrsteilnehmer. Auch wer Zahlen und Fakten zum Klimaschutz in Frankfurt am Main sucht wird hier fündig. Parallel dazu wurde ein neuer Facebook-Kanal aufgesetzt, um die Interaktion mit den Bürgerinnen und Bürgern zu steigern.

Langer Kampagnen-Zeitraum statt großem Kick-off

Ein großes 3D Danke steht auf einem Gehsteig neben einer Straße. Dahinter ein großes Danke Plakat auf einem digitalen Werbebildschirm. Rechts im Bild ein Rad mit Anhänger und Danke Beklebung. In der Mitte steht die Klimadezernentin Rosemarie Heilig
Pressekonferenz zum Kampagnenstart mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig.

Die Kampagne ist für 2017 und 2018 ausgelegt. „Wir haben uns dazu entschlossen, auf einen großen, teuren medialen Kick-off zu verzichten und die Kampagne stattdessen über einen langen Zeitraum laufen zu lassen“, erläutert Wiebke Fiebig. So wurde die Idee erstmals beim Jahresempfang des Energiereferats im September 2017 den Gästen, allesamt Mitstreiter für den Klimaschutz, vorgestellt. Das Feedback war durchweg positiv. Im Oktober 2017 gab Umweltdezernentin Rosemarie Heilig dann im Rahmen einer Pressekonferenz den offiziellen Startschuss für die Kampagne. Zum Einsatz kamen hierbei überdimensional große DANKE-Buchstaben, die im Kampagnenzeitraum immer wieder bei Veranstaltungen eingesetzt werden.

Ein Portrait von Wiebke Fiebig. Sie hat braune Haare, blaue Augen und ein blau weiß gestreiftes Oberteil an.
Wiebke Fiebig
Leiterin des Energiereferats

„Wir setzen auf Wertschöpfung als Türöffner.“

Kino-Spot erreicht junges Publikum

Die Mediaplanung ist darauf ausgelegt im Kampagnenzeitraum 2017 und 2018 mehr als 20 Millionen Kontakte zu generieren und so jeden der 730.000 Frankfurter/innen 27,5 Mal zu erreichen. Im Kern der Kampagne stehen große MegaLight-Poster, die in den einzelnen Frankfurter Stadtteilen hängen und Infoscreens an den S-Bahn-Haltestellen bei den Gleisen an den Bahnhöfen. Das Ganze wird flankiert mit einem Image-Film, der in verschiedenen Frankfurter Kinos gezeigt wird, und zwar im Herbst und vor Weihnachten, wenn man wieder öfter ins Kino geht. Der emotionale Spot zeigt Menschen, die „Danke“ sagen vor typischen Frankfurter Kulissen wie dem Römer, auf dem Eisernen Steg, an der Uni oder im Westhafen. „Danke“ steht außerdem auf einer Straßenbahn, die seit Ende November für ein Jahr auf verschiedenen Frankfurter Strecken fährt. Dazu kommen weitere Maßnahmen wie Edgar Cards und natürlich Social Media.

Persönliche Aktionen flankieren die Media-Kampagne

Eine Frankfurter U-Bahn steht an einem Gleis. Die Bahn ist in blau geklebt und hat einen riesigen "Danke" Schriftzug an der Seite.
Die Straßenbahn mit dem DANKE-Schriftzug fährt ein Jahr durch Frankfurt am Main.

2018 werden City Light Poster (CLPs) in S-Bahnstationen und Plakate in verschiedenen Frankfurter Bahnen die Kampagne ergänzen. Darüber hinaus wird das Energiereferat immer wieder kleine und persönliche Aktionen durchführen, wie bereits beim „Tag der offenen Tür“ im Römer im Oktober 2017. Hier versorgten Flying Infoteams Bürgerinnen und Bürger mit Informationen und Danke-Give-Aways, um auch mit einzelnen Personen direkt ins Gespräch zu kommen.

Die Herausforderung bei der Planung der Kampagne bestand darin, die einzelnen Medien sinnvoll miteinander zu verzahnen und zu ergänzen, sodass eine große Sichtbarkeit erzielt wird auch ohne dass die Stadt durchgehend „plakatiert“ wird. Flankiert wurden die Werbemaßnahmen mit einer fein abgestimmten Pressearbeit, die auch bundesweit Beachtung fand. „Ich bin mit dem Start unserer Kampagne mehr als zufrieden und freue mich schon auf die kommenden Highlights in 2018“, sagt Wiebke Fiebig.

Bildquellen

Portrait Wiebke Fiebig / Energiereferat / Foto: Uwe Nölke
Pressekonferenz zum Kampagnenstart mit Umweltdezernentin Rosemarie Heilig / Energiereferat / Foto: Holger Menzel
Vorschaubild Skyline / rh2010_Fotolia.co